Die Presse über Uli Masuth

Schaumburger Nachrichten

Masuth stellte hohe Anforderungen. Die schnelle Abfolge der Pointen verlangte dem Publikum Wachsamkeit und viel Hintergrundwissen ab. Der Kabarettist billigte seinen Zuschauern jedoch nur eine Aufmerksamkeitsspanne von 15 Minuten zu, darum gab es zwischendurch melancholische Klavierklänge zur Entspannung. Danach ging es um so rasanter weiter.

Ein ausgelassenes, fast schon aufgekratztes Publikum genoss sichtlich, wie der Wortakrobat bar jeder Political Correctness über verblödete Halbwüchsige, billige Manager aus Osteuropa sowie Arbeitnehmer und andere "Randgruppen" herfiel. Häufig befand es Masuth gar nicht für nötig, durch Übertreibung Komik zu erzeugen und Wahrheiten ans Licht zu bringen. Mitunter rief der Satiriker lediglich Ereignisse, Schlagzeilen und Zitate in Erinnerung, die auch ohne kabarettistische Kommentierung grotesk, witzig oder unheimlich wirkten. Dazu gehörten Euphemismen aus der Wirtschaft Donald Rumsfelds Ansichten zum Thema Folter sowie Zitate von Cora Schumacher.Überhaupt schien dem Spötter alles Blöde und Peinliche besonderen Spaß zu machen.

Wie einst Harald Schmidt scheute der Kabarettist auch nicht davor zurück, sich über wohlgenährte Kinder auszulassen. Wem das zu tief unter die Gürtellinie ging, der wurde mit treffenden Analysen, entlarvenden Pointen und erholsamer Klaviermusik entschädigt. Das Publikum war begeistert.

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