Die Presse über Uli Masuth

25. Oltener Kabarett-Tage 13.5.2012

Unverfälschtes Kabarett der ersten Stunde bot Uli Masuth im Theaterstudio Olten:
Wie kein anderer verstand er es, unverfrorene
Betrachtungen von Politik und Gesellschaft höchst galant auf die Bühne zu bringen. Dabei begleitete er sich selbst virtuos am Flügel.
Mit viel Gespür für die Feinheiten dessen, was zwischen den Zeilen steht, zirkelte er durch eine Vielzahl von Themen, die er assoziativ weiterentwickelte.
Dabei geleitete er das Publikum mit Klasse und Stil durch den Kabarett-Abend. Provokative Voten umschmeichelte er mit charmantem Auftreten.
Die Intimität des Theaterstudios nutzte er, um das Publikum im Handumdrehen für sich zu gewinnen.
UNAUFGEREGT UND SOUVERÄN stand der
deutsche Kabarettist auf der Bühne, um
mit der Feststellung «S het zuviel Tütsche,
? also in der Schweiz» in sein Programm einzusteigen. «Nach dem heutigen Abend werden Sie verstehen, wieso wir Deutsche so gerne in die Schweiz kommen.» Und «? nein, Frau Rickli hätte
nie gewollt, dass ich mich hier in der Schweiz fühle wie ein Türke in Deutschland».
Der Titel des Programms «Ein Mann packt ein» ist nicht ohne Bedeutung. Er sei auf Abschiedstour, so der Kabarettist.
Danach soll er die Bühne räumen für Frau Masuth. Frauen, stellte er fest, seien in der Regel davon überzeugt, dass sie es besser machen würden als Männer, wenn man sie nur liesse.
Aber vorerst stand er noch selbst im Scheinwerferlicht und machte sich Gedanken über deutsche Politik. Etwa über die FDP: «Mittlerweile hat selbst fettarme Milch mehr Prozent als die FDP.»
Oder über Angela Merkel: «Der Bundeskanzlerin
kommen die Bundespräsidenten fast schneller abhanden als Lothar Matthäus die Ehefrauen.» Derweil sei sie auch noch damit beschäftigt, «Euros
nach Athen» zu tragen.
Ja, auch die Schuldenkrise war ein Thema in Masuths Programm. Messerscharf analysierte er die Stimmung im Volk: «Keine Ahnung, aber doch ?ne Meinung.»
Politiker von Guttenberg bis Wulff, Millionäre im Anlagenotstand oder der katholische Klerus kriegten eins übergebraten im Programmteil vor der Pause.
DANACH GINGS DEN FRAUEN ans Eingemachte.
Ist das Geschlecht angeboren oder anerzogen? Ist der Mann an sich ein Problem? Uli Masuth erpflückte die Gendertheorie und drehte das Rad der Zeit zurück. Das seien noch Zeiten gewesen, als ein gemeinsames Nachtessen im Restaurant als Vorspiel galt. Heute stehe Mann höchstpersönlich am Herd und verausgabe sich bereits in der Küche dermassen, dass er schon beim Dessert frage:
«Wie war ich?» Da hilft nur eins: ein Tango-Kurs. Zwei Stunden und 150 Schrittfolgen beziehungsweise Hebefiguren später entdecke selbst der jahrzehntelang «exmannzipierte Mann» den
Macho in sich wieder.
Bissig, scharfsinnig, unverbraucht und äusserst witzig ist das Programm von Uli Masuth, das nichtsdestotrotz immer mit einem Augenzwinkern daherkommt.
Ohne Zweifel:
Uli Masuth ist ein Kabarettist der obersten Liga.


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