Die Presse über Uli Masuth

Beste Unterhaltung mit Wissenszuwachs 28.10.2011

In den illustren Kreis der Künstler, die in diesem Jahr die 27. Kleinkunsttage in Rosenheim gestalten, gesellt sich nun ein ganz besonderes Talent:
ein "exmanzipierter Macho" - Uli Masuth.
Er präsentierte auf der Bühne im Lokschuppen sein Programm "Ein Mann packt ein". Der Weimarer begeisterte mit einem intellektuellen, erfrischenden, tiefgründigen Streifzug durch das aktuelle politische und gesellschaftliche Leben.
Er wisse gar nicht, welcher Katastrophe er Vorrang gewähren solle, "kaum ist eine Pointe formuliert, schon ist sie wieder überholt". Ob Fukushima,
Zivildienstleistende, Griechenland und die Eurokrise, Frauenquote und die damit verbundene Benachteiligung und Unterdrückung der Männer, die Bahn, die Erderwärmung, die durch unsere soziale Kälte wieder ausgeglichen werde oder das deutsche Schulsystem - Masuth handelt sie alle ab, die aktuellen Themen und die Dauerbrenner. Und das tut er auf seine ganz eigene, bescheidene Art. Ruhig,
entspannt und ohne jeglichen überflüssigen Klamauk teilt der "Ossi mit westdeutschem Migrationshintergrund" seine Gedanken und Erkenntnisse mit dem Publikum. Dabei hat er es nicht nötig, sich plump aufzudrängen oder anzubiedern.
Denn der studierte Lehrer ist bestens informiert und ihm gelingt es, die Themen
tiefgründig zu verpacken. Masuth bringt nicht nur Schenkelklopfer, oftmals lösen seine Pointen beim Publikum eher ein leises Auflachen verknüpft mit einem betroffenen Schlucken aus. Denn der Kabarettist scheut auch nicht davor zurück, heikle Themen anzusprechen. "Deutschland stirbt aus, bald sind wir drei Millionen Menschen weniger. Vergleichen Sie das mit den Arbeitslosenzahlen - da müssen nur noch die Richtigen sterben und schon ist Vollbeschäftigung möglich." Ebenso lässt sich der Kabarettist aus über "Migranten mit oder ohne Hintergrund", über die katholischen Pfarrer, die im Zeitalter steigender Scheidungsraten die einzigen seien, bei denen die Beziehung - zur Haushälterin - langfristig stabil ist. Oder über Strauss-Kahn, der jetzt nicht mehr Staatspräsident werden kann, zumindest in Frankreich: "Aber vielleicht in Italien!"
Besonders am Herzen liegen dem Kabarettisten Alice Schwarzer, Josef Ratzinger ("Künstlername Papst Benedikt") und Edmund Stoiber - "ein großartiger Kollege".
Teilweise begleitet sich Uli Masuth selbst auf dem Klavier. Er singt nicht, sondern unterstützt mit Melodien die Aussagen seiner gesprochenen Texte. Durch viele Studien und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, die der Künstler zitiert, bietet der Abend nicht nur beste Unterhaltung, sondern zusätzlich auch Wissenszuwachs für das Publikum.
Und die gute Nachricht zum Schluss: Trotz des Namens seines Programms und obwohl er dauernd darüber spricht, wird Uli Masuth seine Karriere als Kabarettist nicht beenden und einpacken. Man wird ihn weiterhin auf der Bühne erleben können und das ist sehr erfreulich. Denn solch intelligente Machos wie Uli Masuth sind für die Kabarett-Szene eine große Bereicherung.

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