Die Presse über Uli Masuth

NEUE WESTFÄLISCHE Lokale Kultur 26.9.2011

Borchen
Eine gescheite Abhandlung über die Verflechtungen
von Politik und Privatem, Kunst und Kommerz, Geschlecht und Evolution war am Sonntag in Borchen zu hören, wo Uli Masuth dem Kulturfrühstück eine bissige Note verlieh.
"Ein Mann packt ein" war die Matinee im Mallinckrodthof überschrieben, wobei der Titel
allenfalls als Aufhänger für ein weitgefächertes Kabarettprogramm fungierte.
Einer Beschränkung auf ein singuläres Thema ging Masuth klugerweise aus dem Weg, war er doch
inhaltlich auf vielen Baustellen unterwegs, ohne den Faden zu verlieren oder sich in seinen Verknotungen
zu verheddern.
Keine fixen Lösungen, sondern Denkanstöße hatte sich der Klavier spielende Entertainer aus Weimar auf die Fahnen geschrieben, beäugte seine Themenfelder aus den Blickwinkeln eines Mannes, der die weibliche Sichtweise nicht aus den Augen
verlor. "Frauen sind in allen Bereichen im Kommen" stellte Masuth klar, wusste aber auch, dass sie "immer dann am Besten sind, wenn keiner guckt" - siehe Frauenfußball.
Einmal in Fahrt gekommen, erwies sich Masuth als weitreichender Entertainer, der während seines zweieinhalbstündigen Programms ein Feuerwerk
an Informationen abbrannte, Euro- und Midlife-Krise neben Westerweile, Rösler und Merkel rückte, ohne in bemühtes Name-Dropping zu verfallen.
Jederzeit wahrte Masuth die Contenance, erschien auch bei übergeordneten Kapiteln als brillianter
Kopfarbeiter, dessen Bestreben, das gesamtdeutsche Gefüge mit dem persönlichen
Wohlfühlstatus in Verbindung zu setzen, erstaunliche Wirkung zeigte. Dabei schlossen sich Denken und Lachen nicht aus, fanden unter einer massiven
Überdachung zueinander, die selbst politisch unkorrekte Bemerkungen tollerierte. So gehörten
die eingestreuten Urologen-Witze zwar ausdrücklich
"nicht zum Programm", waren aber dennoch gern gehörte Ausreißer Richtung "untenrum".

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